Dittersbach - Die Heinrichs in Dittersbach

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Dittersbach

Chronik

Aus der Geschichte von Dittersbach

Die Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach ist Mitte der 60er Jahre nach fast zehn Jahren Bemühungen offizieller Seiten aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Dürrröhrsdorf und Dittersbach hervorgegangen. Es kann davon ausgegangen werden, dass beide Gemeinden etwa zur gleichen Zeit besiedelt worden, obwohl die Urkunde einer Schenkung von Dürrröhrsdorf 52 Jahre älter ist als die erste Nennung von Dittersbach.
Als Zeitraum der Kolonisation unserer Gegend durch fränkische Bauern wird im allgemeinen der Zeitraum zwischen 1180 und 1250 angenommen. Die Schenkung des Ortes Dürrröhrsdorf, zusammen mit Dobra und Helmsdorf von 1247 lässt vermuten, dass der Ort (und damit wahrscheinlich auch Dittersbach) um 1200 besiedelt wurde. Gründer wird ein Dietrich oder Dieterich gewesen sein, denn der erste Name lautet "Ditterichespach" oder ähnlich.
Die erste Erwähnung Dittersbachs stammt aus dem Jahre 1299. In einer Urkunde der Stadt Pirna - übrigens die erste, auf der das Stadtsiegel von Pirna zu sehen ist - bezeugen der Erbvogt, Bürgermeister, die Ratsleute und Geschworene der Stadt, unter Ihnen Johannes de Ditterichespach, die Überweisung einer Summe Geldes an die Pfarre der Stadtkirche. Die Urkunde ist im Original erhalten, befindet sich im Stadtarchiv Pirna und ist auf den 6.September des genannten Jahres datiert.
Dittersbach ist ein typisches Reihendorf mit einer sog. Waldhufenstruktur. Die Siedler ließen sich längs eines Bache hintereinander nieder, legten parallel dazu eine Dorfstraße an und rodeten hinter ihrem Hof den Wald in Streifen, in sog. Waldhufen. Neu hinzukommende Siedler konnten sich "hinten" problemlos anreihen. Es entstand die für ein Reihendorf typischen Waldhufenstruktur, bei der die Feldwege, die die einzelnen Hufen trennten, wie Blattrippen von der Talsohle mit dem Flüsschen ausgehen. Eine typische sächsische Hufe betrug 15 Hektar.
Ab 1350 wird ein Ottoni Karaz de Diterispach und seine Familie als Besitzer von Dittersbach mit einem ansehnlichen Grundbesitz genannt. Im verdankt der Karswald seinen Namen. 1472 steht "das forwerck Ditherspach mit dem Sitz" im Lehnbrief des Nickel von Köckritz zu Wehlen.


Nachdem Herzog August 1553 die Nachfolge von Moritz als Kurfürst von Sachsen angetreten hatte, verkaufte er 1554 tauschweise das Gut Dittersbach an seinen Kanzler Hieronymus Kiesewetter. Dieser beginnt ein Jahr später mit dem Bau des wasserburgartigen Schlosses.

Am 25. Juli 1660 nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr brennen Kirche und Pfarrhaus Dittersbach ab. Alle wichtigen Unterlagen, die uns Auskunft über die Geschichte Dittersbachs vor diesem Tag geben könnten, werden vernichtet. Die Kirche wird bis 1662 wieder aufgebaut, allerdings hat sie noch keinen Turm.


1668 erhält Dittersbach das Recht, einen Kram- und Schweinemarkt abzuhalten. Er wird von Stürza hierher verlegt, weil sich dort zwei Handwerksburschen im Streit erschlagen haben.

Mit einem Kostenaufwand von 2357 Talern wird in den Jahren 1721/22 der Turm an der Kirche angebaut. Es entsteht Raum für eine neue Orgel, die 1726 von Gottfried Silbermann als einmanualiges Werk mit 14 Registern errichtet wird. Die Orgel ist noch heute weitestgehend im Originalzustand (Chorstimmung, Orgelprospekt im Originalzustand).

1829 kauft der Kunsthistoriker, Mäzen und Vorstand des Sächsischen Kunstvereins Johann Gottlob von Quandt das Gut Dittersbach. Er stammte aus Leipzig, wo seine Vorfahren mit Tabakhandel einen beträchtlichen Reichtum erworben hatten. Quandt ließ von 1831-33 auf "Schönhöhe" einen Aussichtsturm errichten. Er widmet ihn der Deutschen Romantik und dem von ihm hochverehrten Johann Wolfgang von Goethe. Im Grundstein liegt ein Goethebrief, der Turmsaal wurde von Carl Peschel mit Fresken zu Goethe-Balladen geschmückt. Quandt zieht alles nach Dittersbach, was im Dresdener Kunstleben Rang und Namen hatte.
1888 wird in Dittersbach eine neue Schule eingeweiht. Im Jahre 1927 beginnt der Anbau eines neuen Flügels mit Turmanlage. Die Alte Schule dient heute als Lebensmittelmarkt und Ärztehaus.


Im Jahre 1926 stirbt der letzte private Besitzer von Schloss Dittersbach. Die Stadt Dresden kauft es und errichtet in ihm ein Müttergenesungsheim. Ein für uns Dittersbacher heute äußerst verhängnisvoller Schritt, denn lange gehörte das Schloss nach der Wende wieder der Stadt, die hatte aber andere Probleme, als ihr außerhalb des Stadtgebiets befindliches Eigentum! Das Schloss war eigentlich dem Untergang geweiht! Doch seit einiger Zeit keimt wieder Hoffnung unter den Bürgern von Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Umgebung. Das Schloss ist verkauft, eine Dresdner Firma hat die Gebäude erworben und will sie als Firmensitz und Wohnhaus ausbauen.
Nach dem Krieg wird das Volksgut "Junger Pionier" gegründet und das Schloss beherbergt eine "Sozialistische Schule der Landwirtschaft".
Die eigenständige Geschichte von Dittersbach endet am 29. Juli 1965 mit dem Beschluss des Kreistages Sebnitz:

"Die Gemeinde Dittersbach wird mit der Gemeinde Dürrröhrsdorf vereinigt. Sie führt den Namen Dürrröhrsdorf-Dittersbach"


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