In Dittersbach - Die Heinrichs in Dittersbach

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In Dittersbach

Chronik > J.G.v. Quandt

Die Gründe für den Entschluss Quandts, das Rittergut Dittersbach zu erwerben, sind nicht bekannt. Die Worte Quandts an Böttiger "...drittens aber finde ich es weit dankbarer, mit Rind- und Schafzucht sich abzugeben als mit der Bildung der Künstler, welche nach einer Meisterschaft in Rohheit und Grobheit streben, zu der sie es schon weit gebracht haben..." sollten wohl nur einem kurzzeitigem Zorn Quandts entsprungen sein, nachdem er von den deutsch-römischen Künstlern, um deren Förderung er stets bemüht war, angegriffen worden war. Der Kauf des Gutes bot Quandt die Möglichkeit, alle Zweige der bildenden Kunst, Architektur, Malerei und Plastik zur Umgestaltung und Verschönerung des neuen Besitzes in Dienst zu nehmen. Hier konnte er sein romantisches Empfinden zum Ausdruck bringen. Quandt hat seine Besitzungen mit Erfolg verbessert. Quandt gelang es, die Ausdehnung des Besitzes durch Ankauf zu verdoppeln. Er richtete die Zehnfelderwirtschaft ein. Mit Vorträgen vor den Bauern versuchte Quandt, deren Wissen auf verschiedenen Gebieten zu vermehren. Den Schulprüfungen wohnte er als Patron stets bei. Quandt bereitete den Bewohners seiner Dörfer vielerlei Vergnügungen, getreu seinem Spruch: "Wenn das Volk nicht singt und tanzt, so wird es sich betrinken und zum Kartenspiel greifen"

Quandt gründete in Dittersbach eine Spar- und eine Krankenkasse. Groß sind Quandts Verdienste um den Bau neuer Gebäude und Anlagen in Dittersbach. 1830 ließ er das Wohnhaus für die Diener an der Straße errichten, 1836 baute er die Rittergutsmühle. Das in den Jahren 1831/1833 erbaute Belvedere auf der Schönen Höhe wurde mit Fresken zu Goethe-Balladen geschmückt.

1836 wurde im Auftrage Quandts das sogenannte "Schwäbische Häuschen" - auch "Tanzsaal" genannt - erbaut und mit Schweizerlandschaften ausgemalt. 1842 wurde die im sog. Lieblingstal erbaute offene Kapelle nach einem Holzschnitt von Dürer ausgemalt.

1849 wurde nach sechs Jahren Rekonstruktion unter maßgeblicher Beteiligung von Quandt die Kirche wieder eingeweiht. Quandt war es auch, der den Schlosspark mannigfach ausschmücken ließ. Heute erinnern daran nur noch die Sandsteinsockel der verschiedenen Statuen und der ionische Tempel sowie die Figur der Göttin der Jagd Diana. Rietschels aus dem Wasser aufsteigende Nymphe ist leider verschollen.


In Dittersbach traf sich, was zur Kultur dieser Zeit irgend eine Beziehung hatte. Hier wandelte Richard Wagner ("....auf Schönhöhe habe ich gelohengrint..."), hier dichtete Ludwig Breuer, hier malte Ernst Ferdinand Oehme sein "Dittersbacher Tal", hier entwarf Semper die Decke für den Turmsaal auf Schönhöhe. Goethe interessierte sich lebhaft für den geologischen Aufbau der Gegend. In seinem letzten Brief an Quandt heißt es:"...dass es doch wunderbar sein müsse, wenn ich in und um Dittersbach nicht manchmal spuke, so oft gehe ich auf Ihren Wegen und Stegen spazieren.".

In der Sächsischen Landesbibliothek befindet sich der Nachlaß Karl Försters. Förster war Dichter, Übersetzer und Lehrer für Deutsche Sprache und Literatur am Königlichen Kadettenhaus. In Försters Aufzeichnungen finden sich Informationen über das Verhältnis der beiden, über die Lebensumstände Quandts in Dittersbach und die Treffen mit Freunden. Zum Nachlaß gehört ebenfalls das Manuskript der handschriftlich von Quandt herausgegebenen Zeitung "Dittersbacher Merkur".


Quandt stirbt 1859 in Dresden und wird auf dem alten Dittersbacher Friedhof beigesetzt. Sein Wunsch nach einer Beerdigung in aller Stille, nach einem Sarg aus weichem Holz und einem Apfelbaum als Zeichen eines fruchtbringenden Lebens auf seinem Grab, wurde erfüllt.


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