Lebenslauf - Die Heinrichs in Dittersbach

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Lebenslauf

Chronik > J.G.v. Quandt

Eine wichtige Rolle im Dittersbacher Leben spielte der Rittergutsbesitzer Johann Gottlob von Quandt. Quandt wurde 1787 geboren und hat sich bereits in seiner Jugend den Ruf eines gelehrten und geistreichen Kunsthistorikers erworben. Quandt war Goethefreund und -verehrer. Er förderte die Deutschen Romantiker mit all seinen Kräften und (finanziellen) Mitteln. Quandt war von 1829 bis zu seinem Tode im Jahre 1859 Besitzer des Rittergutes Dittersbach.


Johann Gottlob von Quandt entstammte einer holländischen Familie, die im 17. Jahrhundert von Holland kommend in Leipzig eingewandert war. Quandts Großvater hatte mit Tabakhandel den Grundstein für ein beträchtliches Vermögen gelegt .Die Quandt´sche Tabaksmühle war Standpunkt Napoleons während der Völkerschlacht bei Leipzig. Johann Gottlob wurde am 7. April 1787 in Leipzig geboren. Sein Vater kaufte 1802 das Gut Wachau bei Leipzig. Quandt wurde durch Privatunterricht in einer geistig anregenden Atmosphäre aufgezogen. Im Jahre 1808 lernte Quandt den Dichter Goethe während eines Kuraufenthaltes in Karlsbad kennen. Bereits 1811 unternahm Quandt seine erste Reise nach Italien und schloss damit seine Ausbildung zum Kunsthistoriker ab.


Im Februar 1815 erregte Quandt in kunstinteressierten Kreisen Aufsehen durch einen bedeutenden Bilderfund auf dem Boden der Nicolaikirche in Leipzig. Unter den Bildern befanden sich u.a. 4 Lucas Cranach d.Ä.. Die sog. "Dreifaltigkeit" galt lange Zeit nur als Werk eines unbekannten Meisters. Es war Quandt, der die kühne Vermutung äußerte, es könne sich um eine "Jugendarbeit des erhabenen Meisters" handeln.

 
 

Nach seiner Hochzeit mit Bianca Meißner reiste das Paar nach Rom und mietete dort ein Haus am Corso. Für acht Monate wurde das Haus Treffpunkt vieler sich in Rom aufhaltenden Künstler (Overbeck, Olivier, Passavant, Veit, Eggers, Naeke, Vogel von Vogelstein, Koch, Rhoden.)


 

Besondere Förderung genoss Quandts Jugendfreund und später durch seine Illustration der sog. Bilderbibel bekannt gewordene Julius Schnorr von Carolsfeld. Ein sehr bezeichnendes Licht auf Quandt, seine Anschauungen und die Beziehung zwischen beiden wirft der veröffentliche Briefwechsel während Schnorrs Italienaufenthalt.


 

Anfang der 1820er Jahre ließ Quandt seine beiden Dresdener Häuser umbauen und z.T. museal einrichten. Der sog. "Quandt´sche Garten" befand sich in unmittelbarer Nähe der Augustusbrücke.1824 ist dies abgeschlossen. Die Sammlung enthält bereits über 60 namhafte Gemälde. Er öffnet seine Sammlung jungen Künstlern zu Studienzwecken.


 

In den Jahren 1828-1833 ist Quandt der erste Vorstand des Sächsischen Kunstvereins. In dieser Eigenschaft öffnet er den Verein nach außen (Weimar!) und bestimmt maßgeblich die Ankaufpolitik des Vereins.


 
 

1829 kauft Quandt von der Witwe des Hofrats Rieffel das Rittergut Dittersbach unweit von Dresden für 63000 Taler.


1836 wird er Mitglied des Akademischen Rates, später Ehrenmitglied der Königlichen Akademien zu Berlin und München. Seit 1838 war er Ritter des Civilverdienstordens, seit 1846 Ritter des großherzoglich weimarischen Hausordens der Wachsamkeit, seit 1857 Comthur des Albrechtsordens.In den 40er Jahren unternahm Quandt eine Reihe ausgedehnter Reisen, die ihn nach Südfrankreich, Spanien, Dänemark und Schweden führten. Hier entstanden seine umfangreichen Reisebeschreibungen.

Johann Gottlob Quandt starb am 19. Juni 1859 in Dresden und wurde in Dittersbach nahe der Kirche beigesetzt. Der Akademische Rat beschloss "es soll von der Akademie dem Andenken des Herrn v. Quandt ein in Bronzeguss auszuführendes Relief-Brustbild gestiftet und demselben an der äußern Fassade des Gebäudes der Kunstakademie, unmittelbar gegenüber dem Relief-Medaillon des Staatsministers v. Lindenau der Platz angewiesen werden".


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